Hornung bearbeitet organisches, gewachsenes Material. Er kontrolliert das mit „Natur“ assoziierte Unregelmäßige, Chaotische, Unwiederholbare mit einer vom Menschen technischen herstellbaren Regelmäßigkeit und Reproduzierbarkeit, durchschneidet Jahresringe mit rechtwinkligen Rastern. Die gute Formbarkeit der organischen Bildträger benutzt er dabei, um seine Adaptionen der textilen Struktur in unterschiedlicher Weise optisch in Bewegung zu setzen. Dies reicht von einer glattgeschliffenen großen Konkav-Krümmung über Arbeiten, in denen sich die Rasterlinien durch unterschiedlich tiefe Wellentäler ziehen, bis hin zu kleinen, an leichte Windbewegung auf Wasser erinnernde Schlagspuren. Aus starren Liniennetzen werden bewegte Raster, die im Nachvollzug der topografischen Wellen des Untergrunds diesen für den Blick des Betrachters erst definieren. Es entstehen dabei Effekte, die an die art cinétique von Op-Art Künstlern wie Viktor Vasarély oder Yvaral erinnern: Wo die Gitterlinien sich verdichten, scheint sich der Raum zusammenzuziehen, wo sie breiter werden, sehen wir Ausbuchtungen, und die Gitter beginnen, die Fläche optisch in Räumlichkeit zu transformieren. 
Hornung schlägt an diesem Punkt jedoch in eine andere Richtung ein. Er kombiniert die Möglichkeiten der rein optischen Bewegung mit der plastischen Modellierung des Bildträgers, überlagert die visuellen Wölbungseffekte mit realen Wölbungen und Vertiefungen der Holzplatte, die dort in wilder Unregelmäßigkeit eingearbeitet sind. 
Beim genauen Hinsehen negieren diese Gitterstrukturen ihre auf den ersten Blick behauptete Regelmäßigkeit und setzen sich bewusst von der mathematischen Präzision und Perfektion ab, die noch für die Op-Art-Experimente des letzten Jahrhunderts charakteristisch war.

 

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